Vodafone und Kyivstar: Tarife, Vorbereitung auf Blackouts und Internetabdeckung

Mobilfunkanbieter bereiten ihre Netze auf den Winter vor: Details zu Tarifen und Energiesicherheit

Kiew, 24. Oktober 2023. Mit dem nahenden Winter arbeiten die ukrainischen Mobilfunkanbieter „Kyivstar“ und Vodafone intensiv daran, die Stabilität ihrer Netze unter den Bedingungen möglicher lang anhaltender Stromausfälle zu sichern. Die Unternehmen investieren erhebliche Mittel in Notstromversorgung, Generatoren und innovative Lösungen, um die Auswirkungen von Blackouts auf die Qualität der Verbindung zu minimieren. Gleichzeitig zwingen steigende Betriebskosten die Anbieter dazu, die Preise für ihre Dienste zu überdenken.

„Kyivstar“ hat bereits eine geplante Tariferhöhung ab dem 8. Oktober 2026 angekündigt und begründet dies mit höheren Kosten für Treibstoff, der Wartung von Ausrüstung, die nach Beschuss wieder instand gesetzt wird, sowie dem allgemeinen Anstieg der Energiepreise. Vodafone nennt zwar kein konkretes Datum für eine Tariferhöhung, räumt jedoch ein, dass die Energiekrise bereits Einfluss auf die Preisgestaltung hat. Seit Beginn der umfassenden Invasion hat der Anbieter mehr als 27,7 Mrd. UAH in die Infrastruktur investiert, doch die täglichen Kosten für Treibstoff, die Wartung von Generatoren und steigende Strompreise wirken sich erheblich auf die Finanzkennzahlen aus.

Wie die Anbieter die Energiesicherheit ihrer Netze gewährleisten

Beide Anbieter arbeiten intensiv daran, die Notstromversorgung ihrer Basisstationen sicherzustellen. „Kyivstar“ setzt dabei auf ein mehrstufiges System: von Batterien, von denen 265.000 an den Stationen installiert sind, bis hin zu Generatoren, deren Zahl bei mehr als 10.000 liegt. Eine zusätzliche Schutzebene bietet die Integration der Satellitenverbindung Starlink Direct to Cell, die ihre Wirksamkeit bereits während früherer Blackouts unter Beweis gestellt hat.

Auch Vodafone hat in die Notstromversorgung investiert; insbesondere ist der Bestand an Lithiumbatterien um das Achtfache gewachsen. Das Unternehmen räumt jedoch ein, dass die Akkuladung nur für einige Stunden ausreicht und unregelmäßige Stromversorgungspläne es unmöglich machen, die Batterien rechtzeitig wieder aufzuladen. Daher liegt der Schwerpunkt auf Generatoren, deren Zahl deutlich gestiegen ist. Darüber hinaus setzt Vodafone verstärkt auf Solarkraftwerke zur Versorgung der Sendemasten und plant, rund 30 % ihres Energiebedarfs zu decken. Das Unternehmen legt außerdem strategische Diesel- und Benzinreserven an und verteilt die Lieferanten nach Regionen, um die Abhängigkeit von einer einzigen Quelle zu verringern.

Auswirkungen von Festnetz-Internet auf das Mobilfunknetz und die Tarifpolitik

Die Anbieter sind sich einig, dass der Ausbau des Festnetz-Internets die Mobilfunknetze deutlich entlastet, da Nutzer in Spitzenzeiten nicht auf Mobilfunk ausweichen müssen. „Kyivstar“ baut sein Festnetz überwiegend auf den Technologien FTTB und GPON auf, die mit Notstromversorgung sowohl beim Anbieter als auch beim Kunden 12 Stunden oder länger betrieben werden können. Das Hauptproblem bleibt die Energieunabhängigkeit der Router in den Wohnungen der Nutzer, denn selbst bei stabilem Betrieb des Netzes des Anbieters führt ein Stromausfall zu Hause dazu, dass auf Mobilfunk umgestiegen wird.

Vodafone versichert, dass sein energieeffizientes GPON-Internet dank Notstromversorgung an den technischen Standorten mehr als 100 Stunden ohne Unterbrechung betrieben werden kann. Das Unternehmen baut die Abdeckung seines Heim-Internets aktiv aus und hat dafür rund 2 Mrd. UAH in dieses Netz investiert.

Die steigenden Kosten zur Sicherung einer stabilen Verbindung, einschließlich Treibstoff für Generatoren, Wartung der Ausrüstung und der Zahlung wachsender Stromtarife, sind der Grund dafür, dass die Mobilfunkanbieter ihre Preispolitik überdenken. „Kyivstar“ hat seine Tarife bereits angepasst, und Vodafone schließt ähnliche Schritte in Zukunft nicht aus, um ein hohes Maß an Zuverlässigkeit seiner Dienste zu gewährleisten.

Roman Spas

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