Wie man den Weg des Nutzers zum Kauf in einer mobilen App verkürzt


Die Verkürzung des Weges des Nutzers zum Kauf in einer mobilen App wird durch vereinfachte Navigation, einen optimierten Checkout-Prozess und das frühzeitige Vermitteln des Produktwerts erreicht. Wichtig ist, sich auf die Reduzierung der Anzahl der Schritte, die Verringerung der kognitiven Belastung und klare Informationen in jeder Phase zu konzentrieren.

Wie beginnt man mit der Optimierung des Weges des Nutzers zum Kauf?

Eine wirksame Verkürzung des Weges des Nutzers zum Kauf beginnt mit einem tiefen Verständnis seines Verhaltens und der Stellen, an denen Schwierigkeiten auftreten. Bevor Änderungen vorgenommen werden, muss ermittelt werden, wo genau Nutzer auf Probleme stoßen oder die App verlassen. Dafür wird eine umfassende Produktanalyse durchgeführt, die die Auswertung von Produkt-Funnels, Conversions und Verhaltensmetriken umfasst. Heatmaps, Sitzungsaufzeichnungen von Nutzern und ihre Interaktion mit der Benutzeroberfläche werden untersucht. Außerdem werden Tiefeninterviews und moderierte Usability-Tests durchgeführt, Feedback von der Zielgruppe gesammelt sowie Wettbewerber und Marktpraktiken analysiert.

Dieser Ansatz ermöglicht es nicht nur, zu erkennen, wo Nutzer abspringen, sondern auch die Gründe für ihr Verhalten zu verstehen. Das bildet die Grundlage für Hypothesen zur Verbesserung der User Experience und zur Steigerung der Conversion.

Wann wird der Produktwert für den Nutzer verständlich?

Die Kaufentscheidung entsteht deutlich früher, als der Nutzer den Zahlungsbildschirm erreicht. Die ersten Minuten der Interaktion mit der App haben entscheidenden Einfluss. Wenn der potenzielle Kunde den Wert des Produkts nicht verstanden hat, nicht schnell einen ersten positiven Erfolg erzielen konnte oder kein Vertrauen in den Service aufgebaut hat, wird selbst ein perfekt optimierter Zahlungsbildschirm keine hohe Conversion bringen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Nutzer ein Angebot zum Abonnement oder zum Kauf sieht, sollte er bereits:

  • den Wert des Produkts verstanden haben;
  • eine erste positive Erfahrung gemacht haben;
  • den Nutzen der Anwendung gespürt haben;
  • Vertrauen in den Service aufgebaut haben;
  • verstanden haben, warum es sich lohnt, zur App zurückzukehren.

Gerade deshalb haben oft nicht die Änderungen auf dem Zahlungsbildschirm den größten Einfluss auf die Conversion, sondern Entscheidungen rund um Onboarding, Nutzeraktivierung, Personalisierung und Retention-Mechanismen. Diese Elemente helfen, die Time-to-Value zu verkürzen, eine Gewohnheit zur Nutzung des Produkts aufzubauen und den Nutzer auf den Kauf vorzubereiten.

Ein anschauliches Beispiel ist die App Helsi. Statt sofort eine Registrierung anzubieten, macht der Service den Nutzer Schritt für Schritt mit seinen wichtigsten Vorteilen vertraut: der Möglichkeit, schnell einen Arzt unter Tausenden von Spezialisten zu finden, mit einem Klick auf die Krankenakte zuzugreifen oder eine Online-Beratung zu buchen. Dieser Ansatz zeigt bereits vor der Autorisierung den Wert des Produkts, reduziert Unsicherheit und hilft dem Nutzer zu verstehen, welches Problem die App genau für ihn löst. So wird die Registrierung zum logischen nächsten Schritt und nicht zu einer zusätzlichen Hürde.

Wie lassen sich Navigation und Kaufprozess vereinfachen?

Das Design einer mobilen App für E-Commerce zielt darauf ab, Conversion und Umsatz zu steigern. Grundlage ist dabei in jedem Fall die Customer Journey: Der Kaufprozess muss so einfach und schnell wie möglich sein, mit einer minimalen Anzahl an Schritten. Jeder Schritt sollte verständlich sein, und unnötige Navigationselemente, die von der gewünschten Aktion ablenken können, sollten entfernt werden.

Wie verbessert man die Produktseite für Entscheidungen?

Produktseiten sind zentrale Orte, an denen Nutzer Entscheidungen über eine Conversion treffen, etwa ein Produkt in den Warenkorb legen, zur Wunschliste hinzufügen, reservieren, anrufen oder ein Formular ausfüllen. Starke Produktseiten in mobilen Apps ermöglichen es Nutzern, Transaktionen schnell durchzuführen, Produkte für später zu speichern und sie zu teilen. Die Produktbeschreibung sollte leicht scannbar sein (gezieltes Auffinden von Informationen) und schnell erfassbar (ein allgemeiner Überblick). Beschreibungen sollten knapp und klar strukturiert sein, zum Beispiel in Listen- oder Aufzählungsform, um das schnelle Lesen zu erleichtern. Die wichtigsten Funktionen oder Produktgrößen sollten im Mittelpunkt stehen, um Nutzer dazu zu bewegen, auf die Schaltfläche „Produktdetails“ zu klicken (für weitere Informationen) oder das Produkt in den Warenkorb zu legen.

Hilfreiche Inhalte zum Produkt sollten leicht zugänglich und vertrauensbildend sein (zum Beispiel Produktdetails, Spezifikationen, FAQ). Nutzer erwarten, Produktdetails zu sehen, und die Tiefe der bereitgestellten Informationen sollte zum Produkttyp passen, damit der Nutzer eine Conversion-Entscheidung treffen kann. Spezifikationen sollten für Produkte bereitgestellt werden, die Kunden für ihre Kaufentscheidung benötigen könnten, etwa bei teuren Waren (wie Autos), technischen Produkten (wie Computern) oder komplexen Produkten (wie Versicherungen). Kundenbewertungen oder Empfehlungen sollten leicht zugänglich und beruhigend sein. An diesem wichtigen Conversion-Punkt benötigen Nutzer möglicherweise zusätzliche Recherche zum Produkt oder das Ansehen verwandter Informationen, bevor sie sich entscheiden.

Warum ist Kostentransparenz so wichtig?

Kostentransparenz, einschließlich Steuern, ist äußerst wichtig für den Aufbau von Vertrauen. Unerwartete Versandkosten oder versteckte Steuern gehören zu den häufigsten Gründen, warum Nutzer ihren Warenkorb verlassen. Laut der eCommerce Survey 2014 von VWO brechen 28 % der Käufer ihren Warenkorb ab, wenn ihnen unerwartete Versandkosten angezeigt werden. Deshalb ist es wichtig, alle Kosten und damit verbundene Steuern klar darzustellen, um Nutzer zu beruhigen.

Ist es wichtig, Informationen zur Verfügbarkeit von Produkten bereitzustellen?

Informationen zur Produkt- oder Lagerverfügbarkeit (idealerweise lokal) sind wichtig für Nutzer, die zu Impulskäufen neigen oder in letzter Minute einkaufen. Sie müssen deren Dringlichkeit bedienen. Lokale Verfügbarkeit ermöglicht es Nutzern, in der Nähe zu kaufen oder zu reservieren und das Produkt sofort abzuholen oder vor Ort zu erscheinen.

Wie priorisiert man Call-to-Action-Buttons (CTA)?

Der primäre Call-to-Action-Button (CTA) sollte das auffälligste Element auf dem Bildschirm sein, auf das die Aufmerksamkeit natürlich fällt. Das kann „In den Warenkorb“, „Jetzt reservieren“, „Formular senden“ usw. sein. Sekundäre CTAs sollten in der Nähe platziert werden, um das geräteübergreifende Verhalten (Mikro-Conversions) durch Funktionen wie „Per E-Mail senden“, „Zur Wunschliste hinzufügen“ usw. zu unterstützen. Es ist auch sinnvoll, Nutzern empfohlene Produkte oder Listen anzubieten (zum Beispiel ähnliche oder empfohlene Produkte), um zusätzliche Verkäufe anzuregen.

Wie optimiert man den Checkout-Prozess?

Der Fokus in dieser Phase liegt darauf, Nutzer möglichst mühelos durch jeden Schritt des Checkouts zu führen und dabei ausreichend Sicherheit und eine Entscheidung ohne Zögern zu gewährleisten. In jeder Phase der Transaktion sollte der Nutzer durch passende Hinweise beruhigt werden, die ihn ermutigen, ohne Zögern zum nächsten Schritt überzugehen. Diese Hinweise sollten klar und für die aktuelle Phase spezifisch sein.

Was bedeutet „Kontext“ im Checkout?

Nachdem der Nutzer sich für den Kauf eines Produkts entschieden hat, ist es entscheidend, ihn im Kontext seines Einkaufs zu halten, statt ihn sofort zum Warenkorb weiterzuleiten. Lassen Sie ihn wählen, ob er zur Kasse gehen oder weiter stöbern möchte, mithilfe eines Pop-ups, das das Hinzufügen des Produkts zum Warenkorb bestätigt. Dieser Ansatz liefert nicht nur Feedback zu seiner Aktion, sondern gibt dem Nutzer auch die Kontrolle über sein Einkaufserlebnis. Darüber hinaus ist dies eine hervorragende Gelegenheit für Upselling, indem beliebte ergänzende Produkte oder der Betrag angezeigt werden, der noch für kostenlosen Versand fehlt.

Ein Beispiel für diesen Ansatz sind Änderungen im Checkout-Prozess, bei denen Nutzern nach dem Hinzufügen eines Produkts ein Pop-up mit den Optionen angezeigt wird: weiter einkaufen, den Warenkorb ansehen oder direkt zum Checkout gehen. Zusätzlich werden beliebte Produkte angezeigt, die häufig zusammen mit dem neu hinzugefügten Produkt gekauft werden. Dies führte zu einem Anstieg des durchschnittlichen Bestellwerts und bestätigte, dass dieser Ansatz nicht nur die User Experience verbessert, sondern auch die Geschäftskennzahlen positiv beeinflusst.

Welche Prinzipien gelten für effektive Formulare und Checkouts?

Formulare und der Checkout-Prozess sollten so einfach, reibungslos und leicht auszufüllen wie möglich sein. In dieser Phase haben die Nutzer die Kaufentscheidung bereits getroffen, daher muss die Funktionalität einwandfrei sein. Formulare sollten kurz, prägnant und die Erwartungen der Nutzer an den Prozess klar steuern. Es ist wichtig, die Erwartungen der Nutzer hinsichtlich der erforderlichen Schritte, der benötigten Informationen und der Gesamtzahl der Phasen zu steuern. Deshalb ist die Anzeige einer Fortschrittsleiste am oberen Rand jedes Formulars wichtig. Eine Kombination aus Text und Icons funktioniert am besten. Jeder Schritt sollte klar benannt sein, damit Nutzer verstehen, welche Informationen benötigt werden. Zusätzlich ist die Verwendung von Icons hilfreich, um zu veranschaulichen oder anzudeuten, was jeder Schritt beinhaltet.

Um Nutzer dabei zu unterstützen, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren, sollte erwogen werden, ablenkende und unnötige Navigationselemente wie das Hamburger-Menü oder die obere Navigationsleiste zu entfernen, da sie Nutzer vom Kauf oder vom Ausfüllen des Formulars ablenken können. Erlaubt sind jedoch Optionen wie „Zurück zum Warenkorb“ oder „Zurück zum vorherigen Schritt“. Ebenso sollten bestimmte Navigationsoptionen erhalten bleiben, etwa der Kontakt zum Support, Fragen oder das Unternehmenslogo, das den Nutzer zur Startseite zurückführen kann.

Beim Design von Formularen können Sie diese auf mehrere Schritte auf verschiedenen Seiten aufteilen oder sich für einen einseitigen Checkout entscheiden. In jedem Fall ist eine Fortschrittsleiste Pflicht. Sie hilft Nutzern, den Prozess und ihre Position darin zu verstehen. Call-to-Action-Buttons sollten vollständig beschreibend sein. Zum Beispiel ist „Zur Zahlung fortfahren“ informativer als einfach nur „Weiter“.

Wie optimiert man Retention- und Engagement-Prozesse?

Retention-Mechanismen spielen eine Schlüsselrolle bei der Verkürzung des Weges zum Kauf, da sie helfen, eine Gewohnheit zur Nutzung des Produkts aufzubauen und das Interesse der Nutzer aufrechtzuerhalten. Dazu können personalisierte Empfehlungen, Push-Benachrichtigungen mit relevanten Angeboten, Loyalitätsprogramme und die regelmäßige Bereitstellung neuer Werte durch Funktions- oder Inhaltsupdates gehören.

Wie beeinflusst Personalisierung den Weg zum Kauf?

Personalisierung ermöglicht es, das Nutzererlebnis anhand des bisherigen Verhaltens, der Vorlieben und demografischen Daten anzupassen. Dies kann sich in personalisierten Produktempfehlungen, individuellen Angeboten, angepassten Inhalten und Benachrichtigungen zeigen. Wenn ein Nutzer relevante Inhalte und Angebote sieht, wird sein Weg zum Kauf direkter und effizienter, da er schneller findet, was er braucht.

Wann sollte man Pop-ups einsetzen?

Pop-ups können ein wirksames Instrument zur Verkürzung des Nutzerwegs sein, wenn sie strategisch eingesetzt werden. Nach dem Hinzufügen eines Produkts zum Warenkorb kann ein Pop-up beispielsweise ergänzende Produkte oder Informationen zum kostenlosen Versand anzeigen, was zu einer Ergänzung der Bestellung oder zu einem schnelleren Übergang zum Checkout anregen kann. Wichtig ist, dass Pop-ups nicht aufdringlich sind, relevant bleiben und eine klare Möglichkeit zum Schließen oder zum Ausführen der gewünschten Aktion bieten.

Typische Fehler bei der Optimierung des Nutzerwegs

Das falsche Verständnis des Nutzerverhaltens ist die Hauptursache für ineffektive Änderungen. Optimierungsversuche ohne tiefgehende Analyse können zu Fehlentscheidungen führen. Eine übermäßige Komplexität des Checkout-Prozesses, das Verbergen wichtiger Informationen, etwa zu Versandkosten, oder die Verwendung aufdringlicher Interface-Elemente wirken sich ebenfalls negativ auf die Conversion aus. Auch das Ignorieren mobiler Besonderheiten wie Bildschirmgröße, Touch-Bedienung und Netzwerkeinschränkungen kann fatal sein. Oft wird vergessen, dass die Kaufentscheidung lange vor dem Zahlungsbildschirm entsteht, und man konzentriert sich ausschließlich auf die letzten Schritte.

Roman Spas

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